Hausgans

 

Hausgans(Anser anser)

 

Entgegen dem Ausspruch von der „dummen Gans“ sind Gänse recht intelligente und aufmerksame Tiere. Dies wussten sich bereits die Römer zu eigen zu machen. So ließen sie das Kapitol, die römische Burg, von Gänsen bewachen, welche bei Gefahr durch ihre lauten Rufe sofort die Wachen alarmierten. Gänse sind nicht nur größer als Enten und Hühner, sondern auch am lautesten.

 

Sie lassen sich in ihrer Lebensweise kaum manipulieren, wie etwa durch die Lichtprogramme bei den Hühnern. Daher lässt sich ihre natürliche Eierproduktion von jährlich 50 Eiern nicht steigern. Sie sind zudem ausgesprochene Weidetiere und auch ansonsten recht sensibel. Sie brauchen relativ lange Zeit, um sich in einer neuen Gruppe aneinander zu gewöhnen. Die treuen Tiere leben ein Leben lang in „Einehe“, das heißt sie gehen nur eine neue Partnerschaft ein, wenn der Partner etwa zuvor gestorben ist. Die Männchen nennt man „Ganter“, die jungen Gänse „Gössel“.

Der berühmte Verhaltensbiologe Konrad Lorenz fand unter anderem heraus, dass die Küken bereits vor dem Schlüpfen Laute von sich geben und dadurch Kontakt zu den Eltern aufnehmen. Nach dem Schlüpfen orientieren sie sich an dem, was sie unmittelbar sehen und was sich bewegt. Diese Prägung soll bei Gefahr sicherstellen, dass sie schnell der Mutter hinterherfolgen. Die Jungen lassen sich im Experiment aber auch auf einen Ball oder einen Menschen lenken.

„Fuchs, Du hast die Gans gestohlen“ heißt es im Kinderlied. Tatsächlich gehört der Fuchs zu den Hauptfeinden der Gänse. Dies betrifft hauptsächlich die Hausgänse. Denn die Graugänse befinden sich meist auf dem Wasser oder in der Luft und damit in Sicherheit. Besonders der Mensch ist der Gans gefährlich: Traditionell werden Gänse an Weihnachten und vor allem auch Anfang November geschlachtet und als sogenannte „Martinsgans“ verspeist.

 

Beliebt sind auch die Flaumfedern, die man - anders als bei Hühnern - bei Gänsen und Enten als „Daunen“ bezeichnet. Das Rupfen der lebendigen Gans nennt man „Raufen“. Dazu wird die Gans mit dem Rücken auf die Knie des Rupfenden gelegt. Mit feinem Fingerspitzengefühl werden dann die bereits durch die Mauser gelösten Federn herausgezogen, was der Gans keinen Schmerz bereitet.

 

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